Inbetriebnahme der UWWT-Ausrüstungen Seine-Aval

Veröffentlicht am 04.11.2011

Am 29. September 2011 wurden die drei neuen Anlagen des Klärwerks Seine-Aval in Achères von Maurice Ouzoulias, dem Präsidenten des Interdepartementalen Konsortiums für die Sanierung des Grossraums Paris (SIAAP), im Beisein von Nathalie Kosciusko-Morizet, der Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung, Verkehr und Wohnungswesen, eingeweiht.

Mit der Inbetriebnahme der Anlagen erfüllt Seine-Aval die Vorschriften der Europäischen Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser (UWWT - Urban Wastewater Treatment Directive), wonach 80% der Phosphatbelastung und 70% der Stickstoffbelastung eliminiert werden müssen. Das Klärwerk hat die Konformität bei der Phosphorbelastung bereits erreicht. Mit den neuen Anlagen erfüllt es auch die europäischen Vorschriften über die Behandlung der Stickstoffverschmutzung.

Nach zweijährigen Bauarbeiten markieren die nachgerüsteten Anlagen einen Meilenstein bei der Verbesserung der Wasserqualität der Seine.

  • Zusätzliche Denitrifikationseinheit: Mit der zusätzlichen Denitrifikationseinheit wird Seine-Aval gemäss den Anforderungen der UWWT 70% des gesamten Stickstoffs eliminieren. Bei der Biofilterungs-Technik werden Bakterien auf Polystyrolkugeln fixiert und bilden so einen Filter, durch den das Abwasser von unten nach oben hindurchfliesst. Bei der Denitrifikation wird die Fähigkeit ausgewählter Bakterien genutzt, den in den Nitraten enthaltenen Sauerstoff zum Atmen zu verwenden und in Stickstoffgas – einen natürlichen Bestandteil der Luft – umzuwandeln.
  • Reinigungseinheit für die Rückwasser der Klärschlammbehandlung: Mit dieser Anlage werden die Phasen der biologischen Wasseraufbereitung optimiert. Das stark stickstoffhaltige (Urin) und kohlenstoffhaltige (Fäkalien) Abwasser aus der Klärschlammbehandlung wird heute direkt beim Anfang des Reinigungsverfahrens eingeleitet, wodurch das Rohwasser zusätzlich verschmutzt wird. Mit der neuen Anlage werden die Rückwasser vor der Rückleitung in den Kreislauf behandelt.
  • Schlammverdickungsanlage: Heute sind die Becken für die Behandlung der kohlenstoffhaltigen Abwasser und die Schlammfaulräume für die Behandlung des Klärschlamms direkt miteinander verbunden. Mit der Installation einer Verdickungseinheit zwischen den beiden Anlagen wird es möglich, die Beanspruchung bei der Kohlenstoffelimination (Ansammlung von Klärschlamm in den Becken) und jene des Schlammfaulraums (an die Kapazität des Werks angepasstes Klärschlammvolumen) getrennt zu verwalten. Schliesslich wird mit dieser Einheit die Kohlenstoffbehandlung optimiert und die Schlammbehandlung verbessert.

Die Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung, Verkehr und Wohnungswesen, Nathalie Kosciusko-Morizet, äusserte sich sehr erfreut über die Fortschritte der Arbeit und beglückwünschte das SIAAP zum Erfolg des Projekts, dank dem "das Klärwerk den Rückstand aufgeholt hat. Die Konformitätsziele der UWWT sind heute erreicht und damit markieren wir einen Quantensprung vom Mittelfeld an die Spitze."

In Seine-Aval, der grössten Kläranlage Europas, werden täglich über anderthalb Millionen Kubikmeter Haushaltsabwässer, Regenwasser und Industrieabwässer behandelt.

BG, ein traditioneller Partner der SIAAP, ist seit 1995 in der Kläranlage tätig.

BG gehört zum Konsortium, das sich für das Konzept und die Herstellung der UWWT-Konformität verantwortlich zeichnet.
Von 2003 bis 2007 beteiligte sich BG am Bau der "Nitrifikations"-Einheit, d.h. der ersten Etappe bei der Behandlung der Stickstoffverschmutzung und auch der ersten Phase zur Herstellung der UWWT-Konformität.

Von 2008 bis 2011 war BG an der Durchführung der zweiten Phase der Arbeiten zur UWWT-Konformitätsanpassung beteiligt.

BG ist zudem ein Partner des Konsortiums, das die Anlagen für die biologische Behandlung baut, die ab Anfang 2012 beginnen und 2017 abgeschlossen werden sollen.

Weitere Informationen zum Pojekt